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Erneu­er­ba­re Ener­gie aus Holz­re­sten

5. April 2018

© Thor­ben Wengert/pixelio.de

Seit eini­gen Jah­ren fei­ert der älte­ste Brenn­stoff über­haupt ein regel­rech­tes Revi­val: Der Roh­stoff Holz lie­fert – als indu­stri­ell gefer­tig­te Pel­lets – erneu­er­ba­re Ener­gie und Wär­me.

Seit zwei Mil­lio­nen Jah­ren nut­zen unse­re Ahnen das Feu­er zum Kochen und zum Hei­zen. Das Feu­er war kost­bar, denn nie­mand wuss­te, wann und wo der näch­ste Blitz ein­schlug. Damit das Feu­er nicht aus­ging, besorg­te sich der Homo Erec­tus Brenn­stoff. Zwei­fels­frei war es ein­hei­mi­sches Holz, wel­ches er in sei­ner Umge­bung sam­mel­te.

Jahr­tau­sen­de spä­ter ver­dräng­ten Koh­le und Erd­öl den Brenn­stoff Holz zu gros­sen Tei­len – aber zu einem hohen Preis: die fos­si­len Ener­gie­trä­ger sind CO²-Schleu­dern und sie müs­sen, min­de­stens hier­zu­lan­de, über wei­te Distan­zen her­ge­holt wer­den. Indes: Die beque­me Hand­ha­bung anstel­le des anstren­gen­den Holz­hackens galt lan­ge Zeit als ent­schei­den­der Fort­schritt.

Holz­pel­lets aus der Regi­on als Lösung

Die­ser Vor­teil wird durch die heu­ti­ge Form des Ener­gie­trä­gers Holz längst aus­ge­gli­chen. Holz wird unter­des­sen als indu­stri­ell gefer­tig­te Pel­lets gelie­fert. 2 kg erset­zen etwa einen Liter Heiz­öl. Aus­ser­dem sind Pel­lets ein ein­hei­mi­scher Brenn­stoff. Das sorgt für kür­ze­re Trans­port­we­ge. Pel­lets wer­den aus Holz­re­sten (Säge­mehl oder Hobel­spä­ne) her­ge­stellt, was den Roh­stoff­ver­brauch senkt und erst noch ein Ent­sor­gungs­pro­blem löst. Und: Pel­lets sind CO²-neu­tral und erneu­er­bar: In unse­ren Wäl­dern wächst pro Jahr dop­pelt so viel Holz nach wie genutzt wird.

Auch die Hand­ha­bung hat nichts mit der umständ­li­chen Ver­feue­rung von Holz­schei­ten von einst zu tun: Ein­mal ein­ge­la­gert wird der Brenn­stoff ohne manu­el­len Ein­griff dem Heiz­kes­sel zuge­führt.

Gün­sti­ger Ener­gie­trä­ger

Holz­pel­lets sind im Ver­gleich zu Heiz­öl durch­aus kon­kur­renz­fä­hig: in den letz­ten Jah­ren hat sich der Preis je Kilo­watt­stun­de für bei­de Ener­gie­trä­ger bei rund sie­ben Rap­pen ein­ge­pen­delt. Die Kan­to­ne för­dern den Umstieg und bezah­len zum Teil Bei­trä­ge für die Neu- oder Ersatz­in­stal­la­ti­on von Pel­lets­hei­zun­gen.

Andre­as Käser­mann