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Die sda – vom Ruhe- zum Unru­he­pol

In der Läng­gas­se spielt sich ein dra­ma­ti­sches Kapi­tel Medi­en­po­li­tik ab

6. April 2018

In der Läng­gas­se ist seit Jahr­zehn­ten – von Pas­san­ten kaum wahr­ge­nom­men – eine der wich­tig­sten Insti­tu­tio­nen des Schwei­zer Medi­en­ge­schäfts zu Hau­se: an der Läng­gassstras­se 7, in einem schmuck­lo­sen Beton­bau aus den 80er-Jah­ren, liegt der Haupt­sitz der Schwei­ze­ri­schen Depe­schen­agen­tur sda. Seit eini­gen Wochen flat­tern am Büro­kom­plex Trans­pa­ren­te. Es ist offen­sicht­lich: Bei der sda ist Feu­er im Dach.

sda-Jour­na­li­stin­nen und ‑Jour­na­li­sten sind mehr­heit­lich aus beson­de­rem Holz geschnitzt. Sie tre­ten so gut wie nie mit ihrem eige­nen Namen auf, wie dies sonst unter den eher sen­dungs­be­wuss­ten Jour­na­li­sten üblich ist. Die rund 150 Schrei­ben­den der Depe­schen­agen­tur dage­gen wer­den in der Öffent­lich­keit pau­schal mit dem nüch­ter­nen Kür­zel «sda» als Autorin­nen und Autoren ver­merkt und damit gleich­sam anony­mi­siert.

© @inside_sda/Twitter

Platz für Eitel­kei­ten gibt es nicht. Und schon gar kei­nen für Wer­tun­gen oder Kom­men­ta­re. Damit dies so bleibt, gibt es ein­ge­spiel­te und ganz selbst­ver­ständ­li­che Kon­troll­me­cha­nis­men: Der Anspruch und das Gebot der Neu­tra­li­tät ist auf der Redak­ti­on förm­lich spür­bar. Haut ein Jour­na­list doch ein­mal zu ein­sei­tig in die Tasten, wird die Mel­dung vor deren Ver­brei­tung vom ver­ant­wort­li­chen Nach­rich­ten-Desk so zurecht­ge­stutzt, dass sie dem Cre­do der Objek­ti­vi­tät – dem höch­sten Gut der Nach­rich­ten­agen­tur – genügt.

Wert­frei – aber nicht wert­los

Auf die stän­dig spru­deln­de Quel­le ver­las­sen sich die Kun­den der sda. Auf einen Grund­stock an Mel­dun­gen, die was­ser­dicht und neu­tral sind und tel quel über­nom­men wer­den kön­nen. Wenn ein Blatt bei einem Sujet nach­pfef­fern will, geschieht das in der Kom­men­tar­spal­te oder gleich in einem eige­nen Text. Die Agen­tur ist damit Roh­stoff­lie­fe­ran­tin eben­so für links­ge­steu­er­te Arbei­ter­zei­tun­gen als auch für kon­ser­va­ti­ve Blät­ter wie die Welt­wo­che.

«Sie hören die Nach­rich­ten der Schwei­ze­ri­schen Depe­schen­agen­tur»

Lan­ge Zeit haben die SRG-Radio­pro­gram­me für ihre Nach­rich­ten­sen­dun­gen zur Depe­schen­agen­tur geschal­tet. Dort stand ein Spre­cher bereit, der die neue­sten Mel­dun­gen ver­las. Erst 1971 hat Radio DRS die Gestal­tung der eige­nen Infor­ma­ti­ons­sen­dun­gen sel­ber über­nom­men.

Die sda-Nach­rich­ten wer­den strikt nach dem 4‑Au­gen-Prin­zip ver­brei­tet. Jede zitier­te Aus­sa­ge wird veri­fi­ziert: Bevor es ein Pri­meur in die Newska­nä­le der sda schafft, muss des­sen Inhalt hieb- und stich­fest bestä­tigt wer­den. Ganz nach der Agen­tur­re­gel: «Be first, but first be right.» Sinn­ge­mäss: Sei der erste; aber erst mal: sei kor­rekt.

Die Mit­ar­bei­ten­den der sda unter­schei­den sich häu­fig noch in einem wei­te­ren Punkt von ihren Berufs­kol­le­gen: Sie sind ihrem Arbeit­ge­ber gegen­über aus­ge­spro­chen treu und loy­al. Nicht weni­ge der ange­stell­ten Jour­na­li­stin­nen und Jour­na­li­sten arbei­ten jahre‑, teil­wei­se gar jahr­zehn­te­lang für die Agen­tur. Man­che began­nen in jun­gen Jah­ren als Ein­stei­ger in den Jour­na­lis­mus und blie­ben bis zur Pen­si­on. Das ist durch­aus unge­wöhn­lich: Anders­wo zie­hen Jour­na­li­sten nicht sel­ten Bie­nen gleich, von einer Blü­te zur näch­sten.

Eine die­ser lang­jäh­ri­gen sda-Mit­ar­bei­te­rin­nen war Ursu­la Sant­schi. Über vier­zig Jah­re lang war die Läng­gäss­le­rin für die Agen­tur im Ein­satz, bis sie vor weni­gen Jah­ren in Ren­te ging. «Ich habe Anfang sieb­zi­ger Jah­re als Sta­gi­ai­re begon­nen. Sei­ner­zeit war der Haupt­sitz der sda noch beim Bahn­hof, wo heu­te die Wel­le 7 steht.» Das Geschäft mit den Nach­rich­ten sei damals noch ein ganz ande­res gewe­sen als am Ende ihrer Lauf­bahn, ins­be­son­de­re auch quan­ti­ta­tiv: «Unse­re Mel­dun­gen haben wir auf der Schreib­ma­schi­ne getippt. Mit Koh­le­pa­pier­durch­schlä­gen. Mit der Aus­sen­stel­le im Bun­des­haus erfolg­te der Mel­dungs­fluss per Rohr­post.»

Kriegs­jah­re

Wäh­rend des zwei­ten Welt­kriegs hat der Bun­des­rat bei der sda inter­ve­niert, man sol­le mehr Nach­rich­ten deut­schen Ursprungs ver­wen­den und die dama­li­gen Agen­tu­ren Havas (Paris) und Reu­ters (Lon­don) zurück­fah­ren. Dies mit der Begrün­dung, man wol­le die Ach­sen­mäch­te nicht ver­är­gern. Auch die Zen­sur nahm in den Jah­ren des zwei­ten Welt­kriegs zu. Die neu geschaf­fe­ne Abtei­lung Pres­se & Funk­spruch APF des Armeestabs kon­trol­lier­te die Ein­hal­tung – mit­un­ter mit sda-Redak­to­ren, die in Uni­form am Redak­ti­ons­pult sas­sen.

Nach dem Ver­fas­sen gelang­ten die Nach­rich­ten per För­der­band zum Kor­rek­to­rat und wur­den zudem stich­pro­ben­ar­tig von einem dienst­ha­ben­den Chef kon­trol­liert. Je nach Bedeu­tung einer Mel­dung wur­de sie ins Fran­zö­si­sche oder Ita­lie­ni­sche über­setzt.

«Erst dann haben Tele­gra­fi­sten die sda-Arti­kel in den Telex getippt. Das ist heu­te kaum mehr vor­stell­bar.» Zur Kund­schaft der sda gehör­ten damals neben den Zei­tungs­re­dak­tio­nen als ein­zi­ge elek­tro­ni­sche Medi­en die Radio- und Fern­seh-Kanä­le der SRG. Der Zeit­druck war des­halb viel gerin­ger als heu­te. Die Pri­vat­ra­di­os kamen erst 1983 hin­zu; Inter­net-New­s­por­ta­le und pri­va­te Fern­seh­sta­tio­nen ent­stan­den gar erst in der zwei­ten Hälf­te der 1990er-Jah­re. Der Bedarf an Nach­rich­ten nahm stän­dig zu und auch die Kadenz wur­de erhöht.

Die sda gehört ihren Kun­den

Der sda liegt seit jeher ein beson­de­res Geschäfts­mo­dell zugrun­de: Die Ver­le­ger sind nicht nur Kun­den, son­dern auch Teil­ha­ber der Agen­tur. Als die Depe­schen­agen­tur 1894 gegrün­det wur­de, ergab das Kon­strukt der Per­so­nal­uni­on aus Kund­schaft und Teil­ha­bern näm­lich viel Sinn: Die Schwei­zer Zei­tun­gen waren zuvor – selbst für Inland­mel­dun­gen – von aus­län­di­schen Agen­tu­ren abhän­gig gewe­sen. Die Initia­ti­ve für eine zwei­spra­chi­ge, natio­na­le Agen­tur kam damals von den Ver­la­gen der Zei­tun­gen «NZZ», «Der Bund» und «Jour­nal de Genè­ve». 1895 nahm die Depe­schen­agen­tur den Betrieb mit zehn Redak­to­ren auf, und bereits nach kur­zer Zeit belie­fer­ten die­se land­auf, land­ab die Redak­tio­nen.

Bis ins aktu­el­le Jahr ist die sda auf nun­mehr 150 Jour­na­li­stin­nen und Jour­na­li­sten ange­wach­sen – und auch das Ange­bot leg­te kräf­tig zu. Die Redak­ti­on ver­brei­tet heu­te über 200‘000 Mel­dun­gen pro Jahr aus allen Spar­ten. Nicht weni­ge Medi­en bestrei­ten einen mass­geb­li­chen Anteil ihrer Inhal­te mit sda-Con­tent. Gemäss einer Stu­die des For­schungs­in­sti­tuts Öffent­lich­keit und Gesell­schaft Fög der Uni­ver­si­tät Zürich bezieht das Pend­ler­ma­ga­zin «20 Minu­ten» mehr als die Hälf­te aller Mel­dun­gen von der sda. Mehr als ein Drit­tel der Tex­te über­neh­men die «Bas­ler Zei­tung», die «Ber­ner Zei­tung», die «Süd­ost­schweiz» und die «Luzer­ner Zei­tung». Noch höher ist der Anteil auf den Online­platt­for­men: Rund 60 Pro­zent des Inhalts auf luzernerzeitung.ch kommt von der sda – mehr als die Hälf­te des Con­t­ents auf tagblatt.ch und auf lematin.ch stam­men aus der Läng­gas­se.

In der Fol­ge hat sich der Medi­en­markt grund­le­gend ver­än­dert: Die Zei­tungs­ver­le­ger boten plötz­lich Radio- und Fern­seh­pro­gram­me an, bau­ten Inter­net­por­ta­le auf, hat­ten eine Pend­ler­zei­tung im Port­fo­lio. Es herrsch­te eine Gold­grä­ber­stim­mung: Die Inse­ra­te­märk­te flo­rier­ten, und der Blick auf die Kosten (und damit auf die Quar­tals­rech­nun­gen der Nach­rich­ten­agen­tur) war weni­ger wich­tig, weil die Erträ­ge noch eher stimm­ten. Und selbst wenn gespart wer­den muss­te, traf es nicht in erster Linie die sda, weil die Ver­le­ger zahl­rei­che Optio­nen hat­ten: Eine Gra­tis-Zei­tung lässt sich mehr oder weni­ger von einem Tag auf den ande­ren wie­der ein­stel­len (metro­pol, .ch, news), ein TV-Sen­der (Tele 24, TV3) schlies­sen, eine Inter­net­platt­form mit ande­ren Ange­bo­ten fusio­nie­ren (espace.ch, swiss­con­tent).

Ursu­la Sant­schi hat die Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jahr­zehn­te alle mit­er­lebt. Lust auf einen Wech­sel hat sie dabei kei­nen ver­spürt: «Ich habe als Jour­na­li­stin nicht die gros­se Büh­ne gesucht. Mir ging es stets um die Infor­ma­ti­on, um die objek­ti­ve Bericht­erstat­tung und nicht zuletzt um die Freu­de am Schrei­ben.» Hier­für sei die sda gera­de­zu ide­al. Es sei nie ihr erklär­tes Ziel gewe­sen, 40 Jah­re bei der Agen­tur zu blei­ben; es habe aber auch nie einen Anlass gege­ben, die Stel­le zu wech­seln. «Über­dies hat sich die Agen­tur in der Ver­gan­gen­heit stets sehr um ihre Beleg­schaft geküm­mert.» Hat­te sie oder jemand ande­res aus dem Team eine schwie­ri­ge Zeit zu mei­stern, dann habe der Chef ein offe­nes Ohr gehabt und das Unter­neh­men an einer Lösung mit­ge­ar­bei­tet. «Man hat zu uns geschaut. Das erklärt mei­ne Loya­li­tät zu die­sem Unter­neh­men. Und wohl auch die Treue von so man­chem Mit­ar­bei­ter.»

Umso schmerz­haf­ter sei­en nun die neu­sten Ent­wick­lun­gen, wo gleich meh­re­re über 60-jäh­ri­ge, lang­jäh­ri­ge Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ent­las­sen wer­den. «Plötz­lich wer­den die­se Leu­te auf die Stras­se gestellt. Sie müs­sen sich bei einem RAV mel­den und viel­fach Ren­ten­ein­bus­sen in Kauf neh­men. Das Vor­ge­hen des Ver­wal­tungs­rats ist unan­stän­dig.» Hät­te es auch sie getrof­fen, wäre sie nicht bereits pen­sio­niert? «Ganz sicher», ist Ursu­la Sant­schi über­zeugt.

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Das Spar­pro­gramm

Der aktu­el­le Per­so­nal­ab­bau bei der sda ist der ein­schnei­dend­ste in der Unter­neh­mens­ge­schich­te. Nicht nur die über 60-Jäh­ri­gen sind betrof­fen. Vie­le, dar­un­ter etli­che mit schul­pflich­ti­gen Kin­dern, müs­sen Pen­sen­re­duk­tio­nen und ent­spre­chen­de Lohn­ein­bus­sen hin­neh­men. Gewiss: Es kam auch in der Ver­gan­gen­heit bereits zu Restruk­tu­rie­run­gen. Bis­her konn­te ein Abbau jedoch meist ohne Kün­di­gun­gen auf­ge­fan­gen wer­den. Gespart wur­de zum Bei­spiel auch durch die Aus­la­ge­rung der kost­spie­li­gen Nacht­dien­ste nach Austra­li­en. Dank der Zeit­ver­schie­bung konn­te der Nacht­ein­satz in der Läng­gas­se durch einen Tages­dienst «Down Under» ersetzt wer­den. Denn eigent­lich spielt es kei­ne Rol­le, ob eine Ver­laut­ba­rung aus dem Weis­sen Haus in Bern oder in Sid­ney redi­giert wird. Zur Beset­zung des fer­nen Aus­sen­po­stens lies­sen sich gar intern Leu­te fin­den, denen der Ein­satz in Austra­li­en gele­gen kam.

Neue Aus­gangs­la­ge

Doch dies­mal liegt die Sache anders: Eini­ge Ver­le­ger setz­ten dem Ver­neh­men nach die sda-Spit­ze in den letz­ten Jah­ren der­mas­sen unter Druck, dass der gan­zen Kund­schaft eine Beru­hi­gungs­pil­le in Form eines pau­scha­len Rabatts gewährt wur­de. Eini­ge Gross­ver­la­ge – wel­che sel­ber mit dem seit Jah­ren rück­läu­fi­gen Inse­ra­te­ge­schäft zu kämp­fen haben – droh­ten der Agen­tur mit der Schaf­fung einer klei­ne­ren, wen­di­gen und bil­li­gen Kon­kur­renz-Agen­tur. Wenn die sda nicht spu­re, wer­de man die­ses Pro­jekt vor­an­trei­ben.

Die Geschäfts­lei­tung der sda hat­te das Mes­ser am Hals, lenk­te letzt­lich ein und senk­te die Prei­se. Die Fol­ge: die sda schreibt damit rote Zah­len in Mil­lio­nen­hö­he, wie man in den letz­ten Mona­ten lesen konn­te. Um die durch den Dis­count ent­stan­de­nen Min­der­ein­nah­men auf­zu­fan­gen, sol­len nun 36 der 150 Redak­ti­ons­stel­len ein­ge­spart wer­den.

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Die­ser Umstand – kom­bi­niert mit der alles ande­re als glück­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on der Unter­neh­mens­lei­tung – treibt die anson­sten zurück­hal­ten­den und dis­kre­ten Redak­to­rin­nen und Redak­to­ren der sda auf die Stras­se. Geeint haben sie im Febru­ar die Arbeit für vier Tage nie­der­ge­legt. An die News-Desks zurück­ge­kehrt sei man aus Rück­sicht auf die Kund­schaft: Ihren Berufs­kol­le­gen woll­te das Team die «Sen­de­pau­se» nicht mehr län­ger zumu­ten. Bedin­gung war jedoch, dass die sda-Geschäfts­lei­tung mit den Redak­to­rin­nen und Redak­to­ren an den Tisch sitzt und nach bes­se­ren Lösun­gen sucht.

Mono­polagen­tur

Die sda ist seit 2010 die ein­zi­ge Nach­rich­ten­agen­tur in der Schweiz. Zuvor hat­ten sich bis zu vier Mit­be­wer­ber den Markt geteilt. Im Lau­fe der Zeit muss­ten eini­ge jedoch auf­ge­ben oder zogen sich aus dem Schwei­zer Markt zurück. Lan­ge Jah­re hiess der Haupt­kon­kur­rent Schwei­ze­ri­sche Poli­ti­sche Kor­re­spon­denz (SPK), die sich auf Wirt­schafts­nach­rich­ten spe­zia­li­sier­te. Als jedoch der Vor­ort (heu­te eco­no­mie­su­is­se) der Agen­tur 1993 den Geld­hahn zudreh­te, muss­te die SPK schlies­sen.

Nur von kur­zer Dau­er war hin­ge­gen das Schwei­zer Enga­ge­ment der ame­ri­ka­ni­schen UPI, wel­che sich 1972 nach neun Jah­ren zurück­zog. Spä­ter – von 1981 bis 2009 – exi­stier­te der letz­te sda-Kon­kur­rent Asso­cia­ted Press Schweiz, der letzt­lich im Rah­men einer Fusi­on – an wel­cher die sda betei­ligt war – den Betrieb ein­stell­te.

Wie weit dies gelingt? Ursu­la Sant­schi hat je län­ger desto mehr Zwei­fel. «Weni­ger Per­so­nal heisst auch: weni­ger Out­put und Qua­li­täts­ab­stri­che. Beson­ders schwie­rig wür­de das für die klei­ne­ren Redak­tio­nen, wel­chen die sda eine wich­ti­ge Grund­ver­sor­gung bie­tet. Über­dies wird der Abbau wohl haupt­säch­lich zu Lasten der Dien­ste für die fran­zö­si­sche und ita­lie­ni­sche Schweiz gehen.»

Nach Ruhe sieht es der­weil bei der sda nicht aus. Im vor­wie­gend von sda-Mit­ar­bei­ten­den gefüt­ter­ten Twit­ter-Kanal @inside_sda wird inzwi­schen berich­tet, es sei wegen der stän­dig ver­än­der­ten Arbeitspen­sen schier unmög­lich, die Dienst­schich­ten noch ver­nünf­tig zu pla­nen. Zudem wach­se ange­sichts der Unsi­cher­hei­ten die Zahl jener, wel­che den Dienst bei der Agen­tur frei­wil­lig quit­tier­ten.

Ein Hoff­nungs­schim­mer: Die jüng­sten Ent­wick­lun­gen sind in der Poli­tik ange­kom­men, und im Bun­des­haus sind meh­re­re Vor­stös­se hän­gig, wel­che den Bun­des­rat auf­for­dern, bei der sda ein­zu­grei­fen, denn die Garan­tie der media­len Grund­ver­sor­gung sei in Gefahr. Das Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft Seco hat eine Schlich­tungs­stel­le in der Cau­sa sda ein­ge­rich­tet. Nach der No-Bil­lag-Initia­ti­ve ist damit bereits die näch­ste medi­en­po­li­ti­sche Debat­te gesetzt.

Andre­as Käser­mann

aus Läng­gass­blatt 250

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