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Auf Gedeih und Genuss

30. März 2020

© nature.picture/pixelio.de

Der Früh­ling ist end­gül­tig ins Land gezo­gen und die Gär­ten erwa­chen. Nach der Brach­zeit zieht es jetzt auch Hob­by­gärt­ne­rin­nen und ‑gärt­ner wie­der nach draus­sen. Was soll denn heu­er gedei­hen? Casa­no­stra schlägt vor, sich auf alte, sel­te­ner gewor­de­ne Sor­ten ein­zu­las­sen. Ein Plä­doy­er für mehr Hei­mat­schutz im eige­nen Gar­ten.

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Urs Ber­nas­co­ni, Mit­glied Zen­tral­vor­stand Cas­a­fair Schweiz

«In unse­rem Fami­li­en­gar­ten gibt es über 300 Pflan­zen und Kräu­ter. Mehr­heit­lich sind es alte Sor­ten ohne Kreu­zung mit Nach­züch­tun­gen. Wir ver­wen­den kei­ne Kunst­dün­ger und kei­ne Spritz­mit­tel. Der Gar­ten ist zer­ti­fi­ziert von der Stif­tung ‹Natur & Wirt­schaft›. Mein per­sön­li­ches Lieb­lings­pro­jekt: Die Ver­meh­rung sel­te­ner Pflan­zen wie zum Bei­spiel Pul­sa­til­la vul­ga­ris (Küchen­schel­le), Fili­pen­du­la Hexa­pe­ta­la (Klei­nes Mäde­süss). Die­se blü­hen schon bald wun­der­schön.»

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Pavel Beco, Baum­schu­le Albis­bo­den­hof, Dicken SG

«Grund­sätz­lich fin­de ich Viel­falt wich­tig – ins­be­son­de­re in einem Gar­ten. Aus mei­ner Sicht ist das Wild­obst die wert­voll­ste Grup­pe für Haus­gär­ten. Das sind Dut­zen­de ein­hei­mi­sche oder ein­ge­führ­te Gehöl­ze, Büsche oder klei­ne Bäu­me, mit ess­ba­ren Früch­ten. Also etwa Holun­der, Kor­nel­kir­sche, Fel­sen­bir­ne, Schwarz­dorn, Wild­pflau­men und vie­le wei­te­re. Sehr vie­le die­ser Sor­ten haben einen hohen Zier­wert – mit schö­nen Blü­ten und bun­ter Herbst­fär­bung – und sind trotz­dem sowohl für die Bio diver­si­tät wie für die Ern­te und Nut­zung wert­voll. Die mei­sten sind über­dies robu­ster als Kul­tur­obst und pfle­ge­leicht.»

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David Herr­mann, Medi­en­spre­cher Bio Suis­se

«Alt ist nicht auto­ma­tisch bes­ser. Trotz­dem ist die Wahl der Sor­te zen­tral für eine stand­ort­an­ge­pass­te bio­lo­gi­sche Pro­duk­ti­on. Mit dem Ein­satz alter Sor­ten bewah­ren und schüt­zen Knos­pe-Pro­du­zen­ten die gene­ti­sche und kul­tur­hi­sto­ri­sche Viel­falt. Vie­le die­ser Sor­ten sind sehr robust und kön­nen zum Bei­spiel gut mit gros­ser Hit­ze umge­hen. Auch wenn sie oft weni­ger ertrag­reich oder ein­heit­lich in der Form sind, bil­den sie auf­grund ihrer posi­ti­ven Eigen­schaf­ten einen wich­ti­gen Gen­pool für die Züch­tung. Vie­le Direkt­ver­mark­ter und Pri­vat­gärt­ner set­zen auf Sor­ten­viel­falt und sor­gen mit alten Kul­tur­pflan­zen wie regio­na­len Toma­ten­sor­ten, spe­zi­el­len Kür­bis­sen oder viel­fäl­ti­gen Sala­ten für ein attrak­ti­ves Ange­bot.»

Blickt man auf die Gemü­se­aus­la­ge der Gross­ver­tei­ler, läuft einem ja das Was­ser im Mun­de förm­lich zusam­men. Die Viel­falt ist schier uner­mess­lich – alles ist im Über­fluss vor­han­den. Akku­rat auf­ge­reiht und ein­la­dend zum Kau­fe dar­ge­tan. Doch eigent­lich ist da von Viel­falt kei­ne Spur: «Seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts sind drei Vier­tel der Sor­ten ver­schwun­den. Die Viel­falt war also einst viel grös­ser», sagt Nico­le Egloff, Spre­che­rin der Stif­tung Pro­Spe­cieRa­ra. Die Aus­wahl in den Läden gauk­le ein fal­sches Bild vor: «Vie­les ist das gan­ze Jahr und welt­weit ver­füg­bar. Sähen wir in der Gemü­se­aus­la­ge nur, was Sai­son hat und was vor Ort wächst, die Viel­falt wäre beäng­sti­gend klein.»

Seit nun­mehr knapp vier­zig Jah­ren setzt Pro- Spe­cie Rara dar­um einen Gegen­trend und för­dert gezielt alte und rare Sor­ten, die mit­un­ter längst ver­ges­sen waren. Mitt­ler­wei­le füh­ren über 3000 Sor­ten das Güte­sie­gel. Die Stif­tung för­dert und schützt nicht nur Pflan­zen­sor­ten und Tier­ras­sen; sie sam­melt auch Know-how, wel­ches kom­men­den Genera­tio­nen erhal­ten blei­ben soll.

«Seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts sind drei Vier­tel der Sor­ten ver­schwun­den.»

Dass die alten Sor­ten über­haupt ver­drängt wur­den, grün­det in der Gross­pro­duk­ti­on. «Der mehr und mehr maschi­nen­be­trie­be­ne land­wirt­schaft­li­che Anbau beding­te, dass die Früch­te zeit­gleich und homo­gen reif­ten und ent­spre­chend gleich­zei­tig geern­tet wer­den konn­ten.» Zudem waren in der Wei­ter­ver­ar­bei­tung und im Ver­kauf mehr und mehr gleich­mäs­si­ge und gleich­för­mi­ge Pro­duk­te gefragt. «Bei­de Ansprü­che sind mit den neu­en Züch­tun­gen deut­lich ein­fa­cher zu erfül­len als mit den alten Sor­ten.»

Wie gemacht für den eige­nen Gar­ten

Dar­um sieht Nico­le Egloff die eigent­li­chen Stär­ken der alten Sor­ten ganz beson­ders im hei­mi­schen Gar­ten: Eine Voll­ern­te am Tag X ist eher hin­der­lich als gewünscht. «Die Früch­te rei­fen nach­ein­an­der und man hat über län­ge­re Zeit immer wie­der Nach­schub aus eige­ner Pro­duk­ti­on.»

Ganz im Gegen­satz zur pro­du­zie­ren­den Land­wirt­schaft, die auf robu­ste­re Sor­ten ange­wie­sen ist, wel­che auch die immer grös­se­ren Volu­men und län­ger wer­den­den Trans­port­we­ge gut über­ste­hen. «Von Natur aus sind die alten Gemü­se­sor­ten und Früch­te oft zar­ter als die heu­te bekann­ten. Den Weg in den Laden über­stan­den Sie nicht so, wie es sich die Gross­ver­tei­ler und ihre Kun­dIn­nen wün­schen.»

Dar­um wur­de gezüch­tet, was das Zeug hielt. Die Ansprü­che der Land­wirt­schaft, der Ver­kaufs­ket­ten, aber auch der Kon­su­mie­ren­den leg­ten die Lat­te hoch. Hin­zu kom­men die Inter­es­sen der Agrar­in­du­strie: Denn mit neu­en Züch­tun­gen lässt sich gutes Geld ver­die­nen, wer­den doch die pas­sen­den Dün­ge- und Spritz­mit­tel gleich mit ver­kauft. Und das immer wie­der: Aus den heu­ti­gen soge­nann­ten Hybrid­züch­tun­gen lässt sich kein Samen gewin­nen, der im Fol­ge­jahr die glei­chen Früch­te erge­ben wür­de. Also kauft man im näch­sten Früh­jahr neu­es, mit­un­ter teu­res Saat­gut – und speist die Kas­sen der Agro­che­mie.

Für­spre­che­rin der alten Sor­ten

Die Stif­tung Pro­Spe­cieRa­ra wur­de 1982 gegrün­det, um gefähr­de­te Kul­tur­pflan­zen und Nutz­tie­re vor dem Aus­ster­ben zu schüt­zen. Heu­te enga­giert sich die Orga­ni­sa­ti­on für die Erhal­tung und Nut­zung von 1400 Gar­ten- und Acker­pflan­zen, 500 Bee­ren­sor­ten, 1900 Obst­sor­ten, 800 Zier­pflan­zen­sor­ten und 32 Nutz­tier­ras­sen.

Pro­Spe­cieRa­ra arbei­tet mit zahl­rei­chen Pri­vat­per­so­nen zusam­men, wel­che die Sor­ten in ihren Gär­ten im Ehren­amt ver­meh­ren oder sel­te­ne Ras­sen hal­ten und züch­ten. Die alten Sor­ten und Ras­sen sol­len aber nicht nur erhal­ten und bewahrt wer­den, son­dern viel­mehr für alle zugäng­lich sein und genutzt wer­den.

Das Enga­ge­ment von Pro­Spe­cieRa­ra wird unter­stützt von über 12 000 Gön­ne­rIn­nen und Spen­de­rIn­nen, von wei­te­ren Stif­tun­gen, durch das Bun­des­amt für Land­wirt­schaft sowie durch zahl­rei­che Part­ner aus Han­del und Wirt­schaft.

Mehr Infos: www.prospecierara.ch

«Open Source» im Gemü­se­beet

Auch da punk­ten frei­lich die alten Sor­ten. Die­se sind gleich­sam All­ge­mein­gut und – gemäss Pro­Spe­cieRa­ra – dar­um für alle «frei ver­mehr­bar. Jeder kann und darf Saat- oder Pflanz­gut gewin­nen und im Jahr dar­auf wie­der aus­sä­en respek­ti­ve aus­pflan­zen.» So behiel­ten die Sor­ten ihre Eigen­schaf­ten. Dies bedingt jedoch eini­ges an Fach­wis­sen: Fremd­be­fruch­ter – etwa Kür­bis­se, Kohl oder Gur­ken – ver­kreu­zen sehr leicht. «Für Gar­ten­an­fän­ge­rIn­nen emp­feh­le ich eher, Setz­lin­ge zu kau­fen, als die­se sel­ber anzu­zie­hen», räumt Nico­le Egloff ein, «so kann man den kom­pli­zier­te­sten Schritt den Pro­fis über­las­sen und wird eher eine erfolg­rei­che Ern­te ein­fah­ren kön­nen.»

Die Pfle­ge der alten Sor­ten steht hin­sicht­lich Auf­wand den moder­nen Sor­ten in nichts nach. Die Gemü­se sind eben­so pfle­ge­leicht und durch­aus auch für Ama­teu­rIn­nen geeig­net. «Die Kul­tu­ren las­sen sich auch gut mischen. Die alten Sor­ten ver­tra­gen die Nach­bar­schaft zu neu­en durch­aus», meint Nico­le Egloff. Das bie­tet Raum für Expe­ri­men­te: Wem die völ­li­ge Umstel­lung auf alte Sor­ten nicht geheu­er ist, der pflanzt eben zusätz­lich zur her­kömm­li­chen Palet­te noch ein paar aus dem Pro­Spe­cieRa­ra-Kata­log.

Jedoch ver­geht zwi­schen Aus­saat und Ern­te doch eine beacht­li­che Zeit. Vie­le Gar­ten­lieb­ha­be­rIn­nen wis­sen dann bei der Ern­te gar nicht mehr genau, wie das Gewächs auf der Tüte sei­ner­zeit aus­ge­se­hen hat und ob die Früch­te nun gepflückt wer­den soll­ten. Gera­de bei Toma­ten kön­nen unüb­li­che Far­ben ver­wir­rend sein. Die Faust­re­gel ist sim­pel: «Wenn die Toma­te nicht mehr hart ist, son­dern sich weich anfühlt, ist Ern­te­zeit.» Auf das blos­se Auge ist dabei kein Ver­lass. «Vie­le alte Sor­ten rei­fen in ande­ren Far­ben, als wir dies gewohnt sind. Die Toma­ten­sor­te ‹grü­ne Zebra› wird nie­mals rot und reift – wie ihr Name es sagt – grün.»

«Das schla­gen­de Argu­ment ist zwei­fels­frei der Geschmack.»

Ande­re Sor­ten tra­gen blaue Früch­te – etwa die Stan­gen­boh­nen­sor­te «Blau­hil­de». «Äus­serst prak­tisch », fin­det Nico­le Egloff. «Die rei­fen Scho­ten ent­deckt man zwi­schen den grü­nen Blät­tern ganz ein­fach und über­sieht bei der Ern­te nichts.» Die Boh­ne gilt als sehr ertrags­reich und unkom­pli­ziert im Anbau. Wer bei der «Blau­hil­de» aber einen Farb­ak­zent auf dem Tel­ler erwar­tet, wird ent­täuscht: Sie wird beim Kochen grün.

Alt liegt im Trend

Besucht man einen der Pro­Spe­cieRa­ra-Setz­lings­märk­te, sieht man sich in bester Gesell­schaft. Die alten Sor­ten boo­men, und immer mehr Gärt­ne­rIn­nen stei­gen um, sagen den gän­gi­gen Sor­ten immer häu­fi­ger Adé. Die Grün­de sind viel­fäl­tig: «Alte Sor­ten anzu­bau­en, ist eben­so ein­fach wie neue. Der Wunsch nach Abwechs­lung spielt sicher mit.» Oft sei es auch der Wunsch, etwas anzu­bau­en, was der Gross­ver­tei­ler nicht im Sor­ti­ment hat. «Das schla­gen­de Argu­ment ist aber zwei­fels­frei der Geschmack. Die­se Inten­si­tät und Viel­falt fin­det sich bei den Hybri­den nicht», schwärmt Pro­Spe­cieRa­ra-Spre­che­rin Egloff: «Die Dut­zen­de aro­ma­ti­schen alten Erd­beer­sor­ten haben nichts gemein mit den faden, mas­sen­pro­du­zier­ten Früch­ten, wel­che schon im Janu­ar in den Rega­len lie­gen.»

Auch fin­di­ge Gastro­nom­In­nen sind längst auf den Geschmack gekom­men und expe­ri­men­tie­ren ger­ne mit über­ra­schen­den For­men, schrä­gen Far­ben und mit viel­fäl­ti­gen Geschmacks­rich­tun­gen. Sie haben durch­aus zur neu­en Popu­la­ri­tät der alten Sor­ten bei­getra­gen. «Köchen sagen die bis­wei­len aus­ge­fal­le­nen Gemü­se und Früch­te zu, wel­che dem Essen neue Noten geben und auch dem Auge etwas bie­ten.» Kein Wun­der, grei­fen auch bekann­te «Chefs» immer öfter mal in die Trick­ki­ste mit den weni­ger gän­gi­gen Sor­ten.

Wer sich also auf das Expe­ri­ment mit raren und alten Sor­ten ein­las­sen möch­te, kann dies getrost auf eige­ne Faust tun. Die Aus­wahl lässt kaum Wün­sche offen. Stel­len sich Fra­gen, so hilft neben ein­schlä­gi­ger Lite­ra­tur das Netz­werk der Stif­tung Pro­Spe­cieRa­ra wei­ter. Deren Fach­leu­te orga­ni­sie­ren über­dies Ver­an­stal­tun­gen, Setz­lings­märk­te und Kur­se in der gan­zen Schweiz.

Andre­as Käser­mann

5 Ever­greens für den Gar­ten

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Pasti­na­ke

Das Wur­zel­ge­mü­se wur­de bereits zur Römer­zeit in Süd- und Mit­tel­eu­ro­pa ange­baut. Die Pasti­na­ke wur­de zeit­wei­lig von Karot­ten und Kar­tof­feln ver­drängt, liegt aber heu­te wie­der im Trend. Schmeckt ähn­lich wie Sel­le­rie.

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Costa­ta Roma­nes­co

Die­se Zuc­chet­ti war einst eine belieb­te Markts­or­te in Ita­li­en. Reif ist sie erst, wenn sie unge­fähr 10 cm dick ist. Auch dann ist sie noch sehr zart und dank den ver­dick­ten Längs­strei­fen sehen die Zuc­chet­tischei­ben wie Zahn­rä­der aus. Gut geeig­net auch als Grill­plätz­li.

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Blau­er Schwe­de

Nein, kein trinkse­li­ger Nord­eu­ro­pä­er; viel­mehr eine alte Kar­tof­fel­sor­te mit blau­er Scha­le und blau­em Fleisch. Gemäss neue­ren Unter­su­chun­gen soll der Ver­zehr von blau­en Kar­tof­feln blut­druck­sen­kend wir­ken.

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Ber­ner Rose

Auch die Apfel­sor­te «Ber­ner Rose» hat das Pro­Spe­cieRa­ra-Güte­sie­gel und stammt ursprüng­lich aus Opp­li­gen BE. Der erste Mut­ter­baum trug 1888 Früch­te. Ber­ner Rosen sind auch belieb­te Most­äp­fel. Unter dem sel­ben Namen ist auch eine Fleisch­to­ma­te bekannt.

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Chiog­gia

Eine ita­lie­ni­sche Ran­den­sor­te, wel­che dem Auge eben­so viel bie­tet wie dem Gau­men. Die Sor­te wur­de bereits vor Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ange­baut. Die jun­gen, zar­ten Ran­den schmecken beson­ders gut roh oder leicht gekocht.

Die­se und eine gros­se Viel­falt an wei­te­ren Sor­ten wird an den Setz­lings­märk­ten in der gan­zen Schweiz ver­kauft. Lei­der fal­len vie­le die­ser Märk­te der Coro­na-Pan­de­mie zum Opfer. Erkun­di­gen Sie sich in loka­len Gärt­ne­rei­en – die­se lie­fern Setz­lin­ge viel­fach nach Hau­se. Saat­gut ist in den Coop-Gar­ten­ab­tei­lun­gen oder im Online-Han­del unter www.sativa-rheinau.ch erhält­lich. Pro­Spe­cieRa­ra-Gön­ne­rIn­nen haben über­dies jähr­lich eini­ge Por­tio­nen Saat­gut kosten­los zugu­te