Rütliwiese

9. November 2013 - Blick

Par­tei­en soll der Zugang auf die Rüt­li­wie­se nicht mehr ver­bo­ten sein. Kurz vor Wah­len und Abstim­mun­gen will man jedoch bei Bewil­li­gun­gen restrik­ti­ver ent­schei­den.

Bis­lang wur­de poli­ti­schen Par­tei­en der Zugang auf die Rüt­li­wie­se ver­bo­ten. Nur die SVP erfrech­te sich ein­mal, sich gue­rilla­mäs­sig auf dem Rüt­li zu ver­sam­meln. Bra­ver die CVP, die der Anspra­che von Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard statt auf der berühm­ten Wie­se am pro­fa­nen Schiffs­steg lausch­te.

Dies soll sich nun ändern. Die Schwei­ze­ri­sche Gemein­nüt­zi­ge Gesell­schaft (SGG) als Ver­wal­te­rin des Rüt­li lockert das Benut­zungs­re­gle­ment und will Par­tei­en den Zugang ermög­li­chen. «Zwar braucht es wei­ter­hin eine Bewil­li­gung, Jubi­lä­ums­fei­ern von poli­ti­schen Par­tei­en oder ähn­li­che Anläs­se wird man aber nicht län­ger ver­bie­ten», sagt SGG-Geschäfts­lei­ter Lukas Nie­der­ber­ger zu BLICK.

Damit rudert die Rüt­li­ver­wal­te­rin zurück. Noch im Som­mer war man näm­lich dezi­diert der Ansicht, dass das Rüt­li nicht poli­tisch genutzt wer­den soll und Par­tei­en dar­um auf der Lich­tung am Vier­wald­stät­ter­see nichts zu suchen haben. Letzt­lich sei aber der Platz öffent­lich und rigi­de Zugangs­ver­bo­te sei­en län­ger­fris­tig kaum halt­bar.

Aller­dings wer­de man kurz vor Wah­len und Abstim­mun­gen restrik­ti­ver ent­schei­den. «Wir wol­len auch künf­tig ver­hin­dern, dass all­zu ein­sei­ti­ge Son­der­in­ter­es­sen aufs Rüt­li getra­gen wer­den oder die Wie­se von Extre­men miss­braucht wird», sagt Nie­der­ber­ger.

Erfreut über den Ent­scheid ist Ida Glanz­mann, Luzer­ner CVP-Natio­nal­rä­tin. Sie hat bereits 2011 gefor­dert, dass die Rüt­li­wie­se auch poli­ti­schen Par­tei­en offen ste­he. «Das ist ein Fort­schritt. Schliess­lich hat der Schwur damals auf dem Rüt­li sicher auch als poli­ti­sche Hand­lung gegol­ten.»

Auch Sil­via Bär, stell­ver­tre­ten­de SVP-Gene­ral­se­kre­tä­rin, freut sich über die Locke­rung: «Das war längst über­fäl­lig. Es kann doch nicht sein, dass einer Bun­des­rats­par­tei der freie Zugang zum Rüt­li ver­wehrt wird.» Das neue Regle­ment soll bereits ab nächs­tem Jahr gel­ten.

Andre­as Käser­mann

 


Rüt­li-Bei­zer gesucht

Der­zeit wird für das Rüt­li ein neu­er Päch­ter gesucht. Neben dem Betrieb des Restau­rants Rüt­li­haus gehört dazu die Pfle­ge des Gelän­des und die Nut­zung von drei Hekta­ren Land­wirt­schafts­flä­che – nach bio­lo­gi­schen Grund­sät­zen.

Noch bis Ende Monat kön­nen sich Bei­zer bei der Rüt­li­ver­wal­tung mel­den. Das Restau­rant wer­fe jähr­lich einen Umsatz von rund 500 000 Fran­ken ab, heisst es. Der heu­ti­ge Tages­be­trieb lies­se sich gut mit ­einer «geho­be­nen Gas­tro­no­mie am Abend» aus­bau­en.

Zur Pacht gehört eine Woh­nung mit sie­ben Zim­mern zum Dum­ping­zins von 4000 Fran­ken pro Jahr – inklu­si­ve Boots­plät­ze.