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18. November 2013 - Blick

Dre­hen Par­la­ment und Her­stel­ler wie bis­her an der Preis­schrau­be, wird das Rau­chen bald rich­tig teu­er.

Noch ist es nicht defi­nitiv, aber die Köp­fe rau­chen schon mal gewal­tig: An der höhe­ren Tabak­steu­er schei­den sich die Geis­ter. Dies zeigt ein Blick auf ­die Reak­tio­nen auf das Tabak­steu­er­ge­setz.

Dem­nach kann der Bun­des­rat die Steu­er auf Tabak auch künf­tig erhö­hen. So könn­te ein Päck­li der meist­gerauchten Sor­ten (heu­te 8.20 Fran­ken) der­einst elf Fran­ken kos­ten.

Wenn jedoch die Tabak­in­dus­trie zusätz­lich auch noch im Umfang der letz­ten Jah­re an der Preis­schrau­be dreht, sind hap­pi­ge 13 oder 14 Fran­ken für ein Päck­li Ziga­ret­ten in weni­gen Jah­ren durch­aus denk­bar.

 

Preis als Prä­ven­ti­ons­mass­nah­me

Der Preis sei eine wich­ti­ge Prä­ven­ti­ons­mass­nah­me, sagt Bar­ba­ra Weber, Spre­che­rin der Lun­gen­li­ga. «Höhe­re Ziga­ret­ten­prei­se sind eines der wirk­sams­ten Mit­tel gegen den Tabak­kon­sum. Ganz beson­ders bei den Jugend­li­chen.»

Stei­ge der Preis um zehn Pro­zent, sin­ke die Zahl der rau­chen­den Jugend­li­chen um bis zu 13 Pro­zent, sagt Weber. «Dar­um wün­schen wir uns eine Abkehr von der bis­he­ri­gen Poli­tik der klei­nen Schrit­te. Ein höhe­rer, ein­ma­li­ger Preis­auf­schlag wäre hin­sicht­lich der Prä­ven­ti­on viel wirk­sa­mer.»

Für Gre­gor Rutz (SVP/ZH), Natio­nal­rat und Prä­si­dent der IG Frei­heit, geht das zu weit. «Ehr­li­cher­wei­se müss­ten die­se Leu­te eigent­lich das Rau­chen ver­bie­ten. Weil das nun aber nicht geht, wird die Hin­ter­tü­re über eine Ver­teue­rung gewählt.»

 

Schmug­gel befürch­tet

Rutz rech­net gar mit zuneh­men­dem Schwarz­han­del, wenn Ziga­ret­ten in der Schweiz stark auf­schlü­gen. «Gut mög­lich, dass dann plötz­lich bil­li­ge Tabak­wa­ren aus dubio­ser Her­kunft in die Schweiz geschmug­gelt und hier ille­gal ver­kauft wür­den.»

Die Mei­nung der Poli­tik spal­tet sich ent­lang der Links-rechts-Gren­ze. Die Bür­ger­li­chen füh­ren an, die Tabak­prei­se sei­en in der Schweiz bereits hoch genug; und bloss, weil die EU eine Steu­er erhö­he, müs­se man dies in der Schweiz nicht auch tun.

Links hin­ge­gen begrüsst man die höhe­re Tabak­steu­er und for­dert dar­über hin­aus wei­te­re prä­ven­ti­ve Mass­nah­men. Es steht eine heis­se Debat­te ins Haus.

Andre­as Käser­mann