Delegiertenversammlung ganz im Zeichen des klimaneutralen Wohnens

3. Sep­tem­ber 2020 | casanos­tra

© Andreas Käsermann

Gebäude sind für rund einen Drit­tel der CO2-Emis­sio­nen und 40 Prozent des Energie­ver­brauchs der Schweiz ver­ant­wortlich. Doch wie geht «kli­ma­neu­tral Wohnen»? Die Casafair-Delegierten haben das The­ma im Rah­men ein­er Podi­ums­de­bat­te an ihrer Jahresver­samm­lung diskutiert.

aus casanos­tra 157

© Casafair Schweiz

Just vor einem Jahr hat der Bun­desrat entsch­ieden, dass die Schweiz bis Mitte des Jahrhun­derts kli­ma­neu­tral sein soll. Ein ehrgeiziges Ziel, das nicht zu erre­ichen ist, wenn nicht auch der hiesige Gebäude­park radikal erneuert wird und ins­beson­dere die CO2-inten­siv­en fos­silen Öl‑, Gas- und Kohle­heizun­gen ver­schwinden. Dies ist ein zen­trales Faz­it des Casafair-Podi­ums zum kli­ma­neu­tralen Wohnen.

© Andreas Käsermann

Doch auch hin­sichtlich des zunehmenden Platzbe­darfs sehen die Fach­leute noch Luft nach oben: Die steigen­den Ansprüche an den Wohn­raum und der Wun­sch nach immer mehr Wohn­fläche wirkt sich eben­falls neg­a­tiv auf die Klima­bi­lanz des Schweiz­er Gebäude­parks aus.

Das ambitiöse Schweiz­er Net­to-Null-Ziel sei eine grosse Her­aus­forderung, jedoch bin­nen 30 Jahren dur­chaus zu erre­ichen, schliesst die Exper­tIn­nen-Runde. Wichtig sei, dass Lösun­gen von allen Seit­en und von allen Betrof­fe­nen gesucht und rasch  umge­set­zt würden.

Andreas Käser­mann

© Noe­mi Helfenstein

«Ein stat­tlich­er Teil der Heizun­gen, die erset­zt wer­den, wer­den durch Ölheizun­gen erneuert. So funk­tion­iert das nicht mit den Klimazielen.»

Regierungsrat Mar­tin Neukom, Vorste­her Baudi­rek­tion Kan­ton Zürich

© Noe­mi Helfenstein

«Viele Liegen­schaften sind unter­belegt. Ganz beson­ders Ein­fam­i­lien­häuser. Wir müssen die Aufteilung von zu grossen Häusern in 2 bis 3 Woh­nun­gen stärk­er fördern.»

Doris Sfar, Bere­ich­slei­t­erin, Bun­de­samt für Woh­nungswe­sen BWO

© Noe­mi Helfenstein

«Das nach­haltige Denken verpflichtet uns, Gebäude wenn immer möglich zu sanieren und nicht ein­fach abzureis­sen, um neue zu erstellen.»

Bar­bara Wiske­mann, Architek­tin, Neon Bureau AG, Zürich

© Noe­mi Helfenstein

«Eine Sanierung bedeutet nicht zwin­gend Mehraus­gaben für Mietende. Langfristig prof­i­tieren diese näm­lich von sink­enden Nebenkosten.»

Andreas Edel­mann, Energieber­ater, Co-Präsi­dent Casafair Zürich